Die Angst vor der Angst

Kürzlich habe ich einem jungen Musiker geholfen, sich auf einen bekannten Wettbewerb für junge Pianist*innen vorzubereiten. Sein Anliegen an mich war ihm behilflich zu sein, keine Angst vor der Angst zu bekommen. Gerade fortgeschrittene Spieler*innen, die schon viel Vorspiel-Erfahrung haben, auch schon einige Erfolge erzielt haben, kennen die normale Nervosität vor Konzerten und können in der Regel damit auch gut umgehen. Das verändert sich aber eventuell in dem Moment, wo es um etwas geht. Wenn es um ein Ziel geht, das sie wirklich aus tiefstem Herzen erreichen möchten und welches auf Grund ihres Könnens auch erreichbar ist. Genau dann entsteht manchmal die Angst vor der Angst! Das ist natürlich erstmal ganz verständlich.

Bei genauerem Hinschauen erinnerte sich mein Klient an unangemessene, verletzende Rückmeldungen, die er von Juroren bei einem schon einige Jahre zurückliegenden Wettbewerb bekommen hatte. Diese unangenehmen Erinnerungen hatten Spuren in seinem Selbstvertrauen hinterlassen. Normaler Weise verblassen solche unangenehmen Erfahrungen und spielen dann für die betroffene Person keine Rolle mehr. Aber eventuell nur solange bis eine ähnliche Situation wieder auftaucht. Dann sind diese unangenehmen Erinnerungen doch wieder da und lassen die Angst vor der Angst entstehen.

Im Coaching habe ich dann diese alten mental-emotionalen Belastungen aufgearbeitet, sodass diese Belastungen für ihn nicht mehr wahrnehmbar waren. Außerdem habe ich dem jungen Spieler Selbsthilfemethoden mit an die Hand gegeben, die ihn befähigen, sich vor dem Auftritt zu beruhigen und sich dann mit Freude und Selbstsicherheit der Jury und dem Publikum zu präsentieren.